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Zwingt die Finanzmacht China Trump demnächst in die Knie?

25.01.2017 20:18
Schon vor dem Trump-Sieg in den USA hatte China damit begonnen massiv US-Staatsanleihen zu verkaufen. Der chinesische Yuan wertete danach ab und die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen stiegen.

Man könnte vermuten, dass die Chinesen den kommenden Wahlsieg von Trump bei dieser Aktion bereits vorhergesehen haben und sich aus diesem Grund bereits von einem Teil ihrer US-Staatsanleihen getrennt haben. Die Chinesen können als größter Gläubiger der USA allerdings noch massiv in die US-Volkswirtschaft einwirken und das wäre ein mögliches Druckmittel gegenüber Trump bei dem Versuch die Abschottungspolitik umzusetzen.

Obama hat den Schuldenberg der USA erheblich anwachsen lassen!

Die Vereinigten Staaten sollen nach Medienberichten etwa 19,8 Billionen USD Schulden angehäuft haben. Damit sind die USA das Land mit dem größten Schuldenberg der Welt. Am Bruttoinlandsprodukt bemessen, sieht das zwar anders aus, aber die Verschuldungsquote von mehr als das 100% des BIP ist auch weit mehr, als das in Deutschland oder Frankreich beispielsweise der Fall ist. In der Amtszeit von Präsident Obama wurden etwa 10 Billionen USD neue Schulden aufgenommen, was fast so viel ist, wie unter 43 US-Präsidenten zuvor und die US-Schuldenuhr tickt immer schneller weiter. Immer wieder wurde das Gesetz zu dem maximalen Schuldenständen in den letzten Jahren verändert, damit die Schuldenschraube weiter angezogen werden kann. Die aktuelle Schuldengrenze der USA beträgt im Moment 20 Billionen Dollar und man darf gespannt sein, wann die neue US-Regierung diese Marke wieder anheben muss und ob die Abgeordneten dieser Erhöhung zustimmen.  

Die Chinesen sind der größte Gläubiger der USA!

Nach einer Veröffentlichung des US-Finanzministeriums aus Februar 2016 betrug der Anteil der US-Schulden im Ausland etwa 6,24 Billionen USD. Davon sollen auf die Chinesen etwa 1,25 bis 1,3 Billionen Dollar entfallen und auch die Japaner, die im Ranking auf Platz 2 der größten Gläubiger stehen, sollen mit etwa 1,13 Billionen USD dabei sein. Damit summiert sich mehr als ein Drittel der gesamten US-Schulden auf China und Japan. Diese beiden Länder haben massives Interesse daran einen freien Handel mit den USA zu betreiben und könnten zur Durchsetzung ihrer Forderungen in eventuell neu anstehenden Verhandlungen mit der neuen Trump-Aministration diese Schuldenberge in die Waagschale werfen. Die aus China in die USA exportierten Waren wurden in USD bezahlt und die Chinesen haben den größten Devisenberg in der Weltgeschichte angehäuft. Es soll sich um etwa 3,8 Billionen USD handeln, auf denen die Chinesen sitzen, wovon etwa für 1,3 Milliarden USD Staatsanleihen gekauft worden waren. Wie viel davon bereits aus Vorsicht vor der US-Wahl verkauft wurde, ist bisher nicht bekannt. Dazu kommen natürlich noch andere Geldanlagen der Chinesen in den USA, etwa durch Firmenbeteiligungen bzw. US-Aktien.

Trump braucht für seine Wahlversprechen viel Geld – das schwächt den Dollar!

Die Chinesen haben einen Teil ihrer US-Staatsanleihen vielleicht bereits verkauft, weil die Ankündigungen Trumps in die Infrastruktur in den USA investieren zu wollen, viel Geld kosten wird. Das geht nicht ohne eine noch höhere Verschuldung und wird höchstwahrscheinlich die Inflationsrate in den USA befeuern. Durch eine höhere Inflationsrate bekommen die Chinesen die Zinsen für ihre Anleihen in einer entwerteten Währung ausbezahlt und würden damit Geld verlieren. Auf der anderen Seite wollen die Chinesen den Yuan schwächen, was auch bereits durch die Anleihenverkäufe ansatzweise aufgegangen ist. Wenn Trump einen protektionistischen Kurs fährt und eventuell Steuern und Abgaben auf chinesische Produkte erheben wird, würde eine Schwächung des Yuan die Wettbewerbsnachteile mildern. Der zu erwartende Kursverfall beim Dollar würde natürlich auch die Devisenreserven der Chinesen angreifen und alle Faktoren zusammen, zeigen eine wechselseitige Abhängigkeit, die man nicht durch einseitige Handelsbeschränkungen ins Wanken bringen sollte.

RuMaS Meinung: Die Chinesen und die Japaner haben einen großen Hebel gegen Trump!

Die USA brauchen die Chinesen wahrscheinlich auch in Zukunft, wenn es wieder neue Staatsanleihen gibt, die an den Mann gebracht werden müssen. Wenn die Chinesen keine US-Staatsanleihen mehr kaufen, würden über das Prinzip „Angebot und Nachfrage“ die Zinsen für US-Anleihen nach oben gehen und die Zinslast könnte die USA lähmen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Kongress wieder über eine Erhöhung der Schuldenaufnahme beraten wird und ohne neue Schulden wird Trump seine Wahlversprechen mit Investitionen in die Infrastruktur des Landes nicht umsetzen können. Bei einer wesentlich höheren Zinslast für Staatsanleihen könnte das mittel- und langfristig zu einer Situation kommen, dass den USA das Geld ausgeht und sie weder den Schuldendienst leisten können, noch die Ausgaben für das Militär und die Beamten stemmen könnten. Wenn die Chinesen und Japaner mit einem Ausverkauf von US-Staatsanleihen drohen, wird das den Dollar schwächen und die Inflation anheizen. Auf der anderen Seite würde ein Wertverlust beim Dollar auch die chinesischen Importe in die USA verteuern, was insbesondere die Chinesen, aber auch die Japaner, sicher weniger wünschen.

Fazit: Die gegenseitige Abhängigkeit der USA von China und umgekehrt ist sehr groß. Aus diesem Grund müsste auch eine Regierung Trump auf einen Ausgleich der Interessen setzen. Wenn die Chinesen und Japaner aber ernst machen und US-Staatsanleihen massiv verkaufen und keine neuen Anleihen erwerben, kann das Donald Trump sehr in die Enge treiben. Mit einem starken Wertverlust beim USD und steigenden Zinsen für Anleihen werden es auch die Trump-Wähler merken, dass etwas schief läuft. Steigende Preise auf der einen Seite, steigende Schulden und eine gewaltig hohe Zinslast auf der anderen Seite mit einem immer dünner werdenden Handlungsspielraum für den Staat dürften die US-Amerikaner auf die Barrikaden bringen.

Dann hilft weder „America first“ noch „buy american und hire americans!“

RuMaS-Redaktion

 
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